Wie findet man trotz Schufa eine Wohnung?

Haus mit Mietwohnungen und Laterne

Eine Wohnung in Deutschland zu bekommen ist nicht einfach. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass bezahlbarer Wohnraum knapp ist und die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt. Besonders schwierig ist es mit negativer Schufa eine Wohnung zu finden. Glück haben die Wohnungssuchenden, deren Schufa-Auskunft fehlerhaft oder veraltet ist: Unberechtigte Schufa-Einträge können nämlich entfernt werden. Sollte die negative Schufa begründet sein, haben Wohnungssuchende meist keine anderen Möglichkeiten als einen solventer Hauptmieter als Bürgen eintragen zu lassen oder die Vereinbarung von Mietvorauszahlungen einzugehen.


Das Wichtigste zur Wohnung trotz Schufa:
  • Eine Wohnung trotz negativer Schufa-Einträge zu finden ist schwierig. Insbesondere in Ballungszentren, in denen bezahlbarer Wohnraum sehr knapp ist, haben Personen mit einer negativen Schufa besonders schlechte Karten.
  • Ein negativer Schufa-Eintrag bedeutet für Vermieter immer ein Alarmsignal. Der negative Eintrag deutet darauf hin, dass der potenzielle Mieter ernsthafte finanzielle Probleme oder eine schlechte Zahlungsmoral hat.
  • Grundsätzlich gilt: Viele Schufa-Einträge sind veraltet oder falsch. Wer seinen Schufa-Eintrag kontrollieren möchten, kann eine Eigenauskunft anfordern. Sollten die Einträge fehlerhaft sein, kann auf die Löschung dieser bestanden werden.
  • Sind negative Einträge korrekt, so können verschiedene Strategien helfen, um dennoch eine Wohnung zu finden.

Welche Rolle spielt die Schufa bei der Wohnungssuche?

Wer sich für eine Wohnung bewirbt, der wird heutzutage von den meisten Vermietern gebeten, eine Mieterauskunft für Dritte (bekannter unter der Bezeichnung „Schufa-Auskunft“) vorzulegen.

Bei einer Schufa-Auskunft handelt es sich um eine Bonitätsauskunft für Dritte. Das Dokument beinhaltet Informationen über die generelle Zahlungsfähigkeit eines möglichen Mieters. Zudem finden sich in dem Schriftstück allgemeine Informationen zum potenziellen Mieter. Zu diesen allgemeinen Informationen gehören beispielsweise:

  • der vollständige Name
  • die aktuelle Anschrift
  • das Geburtsdatum.
Die Informationen, die Vermieter über mögliche Mieter mithilfe der Schufa-Auskunft erhalten, sind zwar recht allgemein, helfen jedoch dabei, eine erste Risikobewertung vorzunehmen.

Viele angehende Mieter wissen nicht, dass es dem Vermieter erst dann gestattet ist, eine Bonitätsauskunft einzuholen, wenn der Mietvertrag schon kurz vor der Unterzeichnung steht. Es verstößt gegen den Datenschutz, wenn Vermieter beispielsweise bereits nach der ersten Besichtigung der Wohnung eine Bonitätsauskunft anfordern. Auf Grund des aktuellen Wohnungsmangels und da sich auf die meisten freien Wohnungen sehr viele Interessenten bewerben, haben die meisten Interessenten in der Realität jedoch kaum eine andere Wahl als die Bonitätsauskunft bereits im Vorfeld abzugeben.

Muss man dem Vermieter eine Schufa-Auskunft geben?

Grundsätzlich darf jeder Vermieter in Deutschland einen Wohnungsinteressenten darum bitten, eine Schufa-Auskunft vorzulegen. Allerdings haben Vermieter keinen rechtlichen Anspruch darauf, dass der Mieter das Dokument tatsächlich vorlegt.

Nichtsdestotrotz kommen die meisten Wohnungsinteressenten nicht um eine Schufa-Auskunft herum. Die Nachfrage nach Wohnraum ist in Deutschland sehr groß und das Angebot viel kleiner als die Nachfrage. Wohnungsinteressenten konkurrieren immer mit einer Vielzahl von Mitbewerbern. Entsprechend können sich Vermieter ihren „Wunschmieter“ aussuchen. Wer sich weigert, dem Wunsch des Vermieters nachzukommen und eine Schufa-Auskunft vorzulegen, der wird sicher nicht die erste Wahl des Vermieters sein.

Vermietern in Deutschland steht es frei, an wen sie vermieten. Zu- oder Absagen müssen nicht begründet werden. Vermieter dürfen sich also für ihre Wohnung einen Mieter mit einwandfreier Bonität aussuchen.

In den großen deutschen Metropolen, wie zum Beispiel Hamburg, Köln und München, ist der Wohnungsmarkt besonders angespannt. Vermieter lassen sich in Großstädten fast nur auf die Vermietung von Wohnraum trotz negativer Schufa ein, wenn Mieter Leistungen vom Amt erhalten. Behörden überweisen die Miete pünktlich und korrekt, so dass dem Vermieter kein Ausfallrisiko haben.

Welches Schufa-Dokument braucht man für die Wohnungsbewerbung?

Bei der Schufa-Auskunft handelt es sich um ein Schriftstück, das die Kreditwürdigkeit einer Person widerspiegelt. Das Ergebnis wird in einem Zahlenwert („Score“) dargestellt. Das Dokument besteht aus mehreren Seiten. Inhaltlich weist die Schufa-Auskunft neben einigen persönlichen Daten auch Informationen zu derzeitigen Vertragspartnern (wie beispielsweise Geldinstitute oder Mobilfunkanbieter) auf.

Die Schufa-Auskunft enthält außerdem Informationen zur bisherigen Zahlungshistorie. Liegen sogenannte „Negativ-Merkmale“, wie zum Beispiel unbezahlte Rechnungen, offene Mahnbescheide oder Vollstreckungen, vor, sind diese ebenfalls in der Schufa-Auskunft aufgeführt. Sollten keine Negativ-Merkmale hinterlegt sein, bestätigt die Schufa, dass über den Wohnungsinteressenten keine solchen Einträge vorliegen.

Um zu verstehen, was genau an welcher Stelle in dem Dokument steht, ist zwischen der kostenlosen Eigenauskunft (auch Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO genannt) und der gebührenpflichtigen Bonitätsauskunft zu unterscheiden. Beide Auskünfte beinhalten zum einen Daten für den Eigengebrauch und zum anderen Informationen, welche zur Weitergabe an Dritte (zum Beispiel an den Vermieter) geeignet sind.

In der gebührenpflichtigen Variante (Schufa-Bonitätsauskunft für 29,95 EUR) befinden sich die beiden Bereiche auf unterschiedlichen Seiten. So ist die Weitergabe der jeweils relevanten Informationen sehr einfach. In der gebührenfreien Variante werden die Informationen nicht getrennt voneinander aufgeführt. Wenn der Vermieter bestimmte Informationen nicht lesen soll, können diese einfach geschwärzt werden.

Prinzipiell darf der Vermieter nur den Teil der Schufa-Auskunft verlangen, dem die persönlichen Daten und die Einschätzung der eigenen Zahlungsfähigkeit entnehmbar sind. Wichtig ist hierbei insbesondere der Score. Dieser drückt die Zuverlässigkeit in Zahlungsangelegenheiten in Form einer Kennziffer aus. Alle weiteren Angaben sind nicht zur Weitergabe, sondern nur für den Eigengebrauch, vorgesehen. So wird der Vermieter beispielsweise nicht erfahren, über welchen Dispo Wohnungsinteressenten verfügen können oder bei welcher Bank diese ein Girokonto haben.

Interessant? Mehr dazu in unserem Beitrag „Was sieht der Vermieter bei der Schufa-Auskaunft über seine Mieter?“

Warum ist die Kontrolle der eigenen Schufa vor der Wohnungssuche und Bewerbung so wichtig?

Es kann durchaus vorkommen, dass die Schufa-Auskunft oft nicht richtig oder nicht mehr auf dem neuesten Stand ist. In einem solchen Fall kann bei der Schufa auf eine Korrektur bestanden werden. Wer prüfen möchte, welche Daten bei der Schufa hinterlegt sind, kann eine Eigenauskunft anfordern. In dem Dokument sollte auf die folgenden Aspekte geachtet werden:

Aktualität der Einträge

Die Schufa speichert Daten immer nur für eine bestimmte Zeit und löschte diese dann. Abbezahlte Darlehen, Einträge aus dem Schuldnerverzeichnis sowie Inkasso- und Mahnverfahren müssen drei Jahre nach der Erledigung aus der Schufa-Akte gelöscht werden.

Korrektheit der Einträge

Hat eine Firma falsche Daten an die Schufa übermittelt, kann das Unternehmen um eine Korrektur / Richtigstellung gebeten werden. Sind die eingetragenen Information falsch, ist es die Pflicht des Unternehmens sich um die Korrektur dieser zu kümmern.

Nicht selten kommt es vor, dass die Schufa Personen miteinander verwechselt. Wer auf Grund einer Verwechslung des Namens oder der Anschrift von einem negativen Schufa-Eintrag betroffen ist, kann bei der Schufa um eine Korrektur bitten.

Nachdem der Schuldner die Forderungen des Gläubigers bereits beglichen hat, kann dieser bei der Schufa um eine Entfernung des negativen Eintrags bitten. Aktuell gilt jedoch: Den sofortigen Anspruch auf Löschung bei bereits bezahlten, nicht titulierten Forderungen unter einem Wert von 2.000 Euro akzeptiert die Schufa nicht mehr. Dies auch nicht, wenn der Gläubiger mit der Löschung einverstanden ist.

Gut zu wissen: Wer regelmäßig seine Schufa kontrolliert und häufige Wohnortwechsel vermeidet, kann auf diese Weise sein Schufa-Rating positiv beeinflussen. Mehr dazu im Beitrag „10 schnelle Maßnahmen zur Verbesserung des Schufa-Scores

Schufa zu schlecht für neue Wohnung: Was tun?

  • Tipp #1: Um trotz Schufa-Eintrag eine Wohnung zu finden, ist es ratsam, sich eher nach einem privaten Vermieter umzuschauen. Viele private Vermieter verlangen, anders als gewerbliche Anbieter, keine Schufa-Auskunft. Sollte ein privater Vermieter nach einer Schufa-Auskunft fragen, haben Wohnungsinteressenten häufig in einem Gespräch die Möglichkeit ihren negativen Score in Ruhe zu erklären. Es gilt: Besser offen und ehrlich über mögliche finanzielle Probleme sprechen. Dies kommt bei den meisten Vermietern gut an.
  • Tipp #2: Grundsätzlich ist der erste Eindruck bei der Wohnungssuche entscheidend. Deshalb sollten sich Wohnungsinteressenten für einen Besichtigungstermin schick und ordentlich kleiden und höflich sein. Um Zuverlässigkeit zu signalisieren sollten Wohnungsinteressenten unbedingt pünktlich zum Termin erscheinen.

Wie steigert man seine Chancen für eine Wohnung trotz Schufa-Eintrag?

Im Folgenden werden die wichtigsten Tipps vorgestellt, mit dessen Hilfe sie als Wohnungssuchender trotz negativer Schufa ihre Chancen auf eine neue Wohnung erhöhen können:

  1. Anderer Hauptmieter oder Mietbürgschaft
  2. Bestätigung vom vorherigen Vermieter, dass keine Mietschulden bestehen
  3. Miete im voraus zahlen
  4. Sicherheiten und Mietzahlungsgarantie
  5. Wohnung von Privat-Vermieter mieten
  6. Komplette Bewerbungsunterlagen mit Sicherheitsnachweisen

1. Hauptmieter und Bürgschaft

Wer zusammen mit einer anderen Person eine neue Wohnung sucht, sollte nach Möglichkeit nicht sich selbst, sondern die andere Person als Hauptmieter eintragen lassen, sofern diese eine lupenreine, positive Schufa nachweisen kann.

Sollte dies nicht möglich sein, kann es auch helfen eine Mietbürgschaft vorweisen zu können. Als Bürge kommen meist Familienangehörige oder enge Freunde in Frage, die mindest 18 Jahre alt sind und nachweisen können, dass sie ausreichend finanziell belastbar sind. Als Bürge verpflichtet man sich, bei Zahlungsausfall die Haftung zu übernehmen und offene Kosten zu tragen. Somit hat der Vermieter eine gewisse Absicherung.

2. Bescheinigung für Mietschuldenfreiheit

Haben sie bisher immer ihre Miete pünktlich gezahlt? Dann lassen sie sich von ihrem bisherigen Vermieter eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung geben und reichen sie diese zusammen mit ihrer Mieterauskunft für die Wohnungsbewerbung mit ein.

3. Vorauszahlung der Mietkosten

Falls sie finanziell dazu in der Lage sind, können sie dem neuen Vermieter auch anbieten, die ersten 3 bis 6 Monatsmieten im voraus zu zahlen.

Achtung: Auch wenn Minikredite ohne Angabe eines  Verwendungszwecks zugesagt und ausgezahlt werden, sollten diese niemals für einen solchen Zweck in Anspruch genommen werden! Leihen sie sich nur Geld, das sie auch sicher zurückzahlen können.

4. Sicherheiten bieten

Wer als Wohnungsinteressent beispielsweise über Kapital oder Vermögensgegenstände verfügt, der sollte diese gegenüber dem Vermieter nachweisen. Häufig sehen Vermieter Sicherheiten lieber als eine gute Bonitätsauskunft.

Wer finanzielle Leistungen von einem Amt bezieht, sollte dies auch mitteilen, denn in der Regel bedeutet dies für den Vermieter, dass die laufenden Mietkosten durch das Amt gesichert sind. Die Miete wird dann nämlich vom Amt direkt an den Vermieter überwiesen und es gibt kein Risiko des Zahlungsausfalls.

5. Privat ohne Schufa mieten

Vermieter sind prinzipiell nicht dazu verpflichtet, die Bonität eines möglichen Mieters zu überprüfen. Anders als gewerbliche Anbieter verzichten private Vermieter häufig darauf.

Private Wohnungsvermieter können oft besser von einem seriösen Auftreten, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit überzeugt werden. Besonders wenn sie ihre Zahlungsfähigkeit mit einem festen, geregelten Einkommen nachweisen können, stehen die Chancen gut, dass sie auch trotz Schufa-Eintrag als Mieter für die Wohnung in Frage kommen können. Auch Sympathie spielt oft eine wichtigere Rolle als ein Schriftstück, das eine gute oder schlechte Zahlungsfähigkeit attestiert.

6. Wohnungsbewerbung mit kompletten Unterlagen

Wer beim Besichtigungstermin alle wichtigen Dokumente und Unterlagen schon dabei hat, macht positiv auf sich aufmerksam und wirkt organisiert und verlässlich. Das sind wichtige Eigenschaften für potentielle Vermieter. Legen sie daher am besten eine Bewerbung mit folgenden Informationen vor:

  • Mieterauskunft (Persönliche Informationen wie Beruf, Familienstand etc.)
  • Lohnnachweis der letzten 3-6 Monate
  • ggf. Mietschuldenfreiheitsbescheinigung
  • ggf. Nachweis des potentiellen Mietbürgen

Eine Wohnung trotz negativer Schufa zu finden ist nicht leicht. Dennoch sollten Interessenten den Kopf nicht in den Sand stecken. Die Lage ist nicht aussichtslos.

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